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S Copilot-Abo wird zumene Zähler

Ab Dezember rechnet Microsoft die interessanten KI-Funktionen über Credits ab, nicht mehr im Sitzpreis. Elf Märkte sind ausgenommen, die Schweiz nicht

Montag, 12. Oktober 2026 · F.S. · 4 Min. Lesezyt

Eine Lizenzkarte mit Personensymbol links, in der Mitte ein Zähler mit Ziffernfeldern, rechts eine Rechnung mit steigender Kurve

Ein Abo hat eine angenehme Eigenschaft: Es kostet jeden Monat gleich viel. Man bucht es, man vergisst es, und die Kostenstelle stimmt. Genau diese Eigenschaft verliert Microsoft 365 Copilot gerade.

Microsoft teilt Copilot neu in zwei Hälften. «Everyday AI» bleibt im Sitzpreis enthalten. «Advanced AI» wird über sogenannte Copilot Credits abgerechnet, also nach Verbrauch. Für neue Käufe über Partner ist die verbrauchsabhängige Abrechnung ab dem 1. Dezember 2026 standardmässig aktiv.

Das steht in der Partner-Center-Ankündigung von Microsoft, zuletzt aktualisiert am 1. Oktober 2026.

Was genau umgestellt wird

  • Standardlimit: 4’000 Copilot Credits pro Nutzerin und Monat, durch Administratoren anpassbar. Microsoft rechnet in der eigenen Ankündigung vor: 100 Nutzende entsprechen bis zu 400’000 Credits im Monat.
  • Betroffen sind neue Microsoft-365-Copilot-Business-Lizenzen, einzeln wie im Paket.
  • Was Credits verbraucht: Microsoft nennt Copilot Cowork, die Work-IQ-Schnittstellen und GitHub Copilot Harness. Copilot-Studio-Agenten kommen im Oktober dazu.
  • Die Bremse: Solange kein Administrator eine Ausgabenregel setzt, verbraucht nichts Credits. Gesteuert wird das im Microsoft 365 Admin Center unter Copilot und dort unter Kostenverwaltung.

Und jetzt der Punkt, der die Schweiz betrifft. Microsoft nimmt elf Märkte vom Start aus: Australien, Belgien, Brasilien, Frankreich, Deutschland, Indien, Italien, Korea, die Niederlande, Polen und Spanien.

Die Schweiz steht nicht auf dieser Liste.

Was das praktisch heisst

Wer heute ein Copilot-Abo bucht, kennt den Preis. Das Add-on für Microsoft 365 Copilot Business kostet laut Microsoft-Preisseite 18 US-Dollar pro Nutzerin und Monat bei Jahresbindung, ein Aktionspreis bis Ende 2026, regulär sind es 21. Business Standard mit Copilot liegt bei 23.50, Business Premium mit Copilot bei 32 Dollar.

Diese Zahlen bleiben. Was dazukommt, ist eine zweite, variable Position auf der Rechnung, sobald jemand im Betrieb die fortgeschrittenen Funktionen tatsächlich nutzt. Und das ist die unangenehme Mechanik: Der Verbrauch steigt genau dann, wenn Copilot im Betrieb ankommt. Wer es ernsthaft einsetzt, zahlt mehr als wer es ignoriert.

Das ist betriebswirtschaftlich nachvollziehbar und für die Planung trotzdem ein Problem. Ein KMU budgetiert Lizenzen pro Kopf, nicht pro Anfrage.

Was Microsoft nicht sagt

Hier muss ich eine Lücke offenlegen, statt sie zu überspielen. Microsoft veröffentlicht keinen Preis pro Credit, und es gibt keine Angabe, wie viele Credits eine typische Aufgabe verbraucht. Ohne diese beiden Zahlen lässt sich nicht ausrechnen, was die Umstellung konkret kostet.

Ebenso offen ist, ob der 1. Dezember auch für bestehende Schweizer Verträge über einen Partner gilt oder nur für Neukäufe. Die Ankündigung spricht von neuen Käufen. Das ist der Unterschied zwischen einer Nachricht und einer Warnung, und er sollte vor dem Jahresende geklärt sein.

Wer einen IT-Partner hat, stellt ihm genau diese drei Fragen:

  1. Was kostet ein Credit, in Franken?
  2. Wie viele Credits verbraucht eine durchschnittliche Anfrage bei uns?
  3. Gilt die Umstellung für unseren bestehenden Vertrag oder erst beim nächsten Neukauf?

Drei Dinge, die vor dem 1. Dezember erledigt sein sollten

Die Ausgabenregel bewusst setzen. Solange keine gesetzt ist, verbraucht nichts Credits. Das klingt beruhigend, heisst aber auch, dass die fortgeschrittenen Funktionen dann schlicht nicht laufen. Entscheiden Sie das aktiv, statt es zu verpassen.

Ein Limit definieren, bevor jemand es braucht. 4’000 Credits pro Kopf sind der Standard. Ob das für Ihren Betrieb grosszügig oder knapp ist, lässt sich ohne Verbrauchsdaten nicht sagen. Setzen Sie es tief an und beobachten Sie einen Monat, statt umgekehrt.

Die Rechnung dem Nutzen gegenüberstellen. Ein verbrauchsabhängiges Modell zwingt zu einer Frage, die bei Pauschalen nie gestellt wird: Was bringt diese Funktion tatsächlich? Das ist die einzige gute Nachricht an der Umstellung.

Wie sich KI-Abokosten in einem Schweizer KMU insgesamt zusammensetzen und welche Posten dabei regelmässig übersehen werden, steht in unserem Beitrag zu den KI-Abo-Kosten für Schweizer KMU. Und wer ohnehin keine Übersicht über die laufenden Werkzeuge hat, findet im Beitrag zu den unbestellten KI-Abos die Tabelle, die man dafür braucht.

Die Einordnung

Dass Microsoft bei KI auf Verbrauch umstellt, ist kein Ausreisser. Es ist die Richtung, in die der ganze Markt geht, weil Inferenz tatsächlich Geld kostet und ein Pauschalpreis den Vielnutzer subventioniert.

Für ein KMU heisst das, sich an eine Position auf der IT-Rechnung zu gewöhnen, die schwankt. Wer das nicht will, hat zwei Möglichkeiten: die fortgeschrittenen Funktionen abschalten und beim bezahlten Grundumfang bleiben, oder ein Limit setzen und es überwachen.

Was nicht funktioniert, ist nichts zu tun und im Januar die Rechnung anzuschauen.

Quellen

  • Microsoft, «Partner Center announcements, October 2026», aktualisiert 1. Oktober 2026: learn.microsoft.com
  • Microsoft, Preisseite Microsoft 365 Copilot für Unternehmen: microsoft.com

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