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En KI-Assistänt, wo scho im Hosting-Abo dinne isch

Hostpoint schaltet für über 100'000 WordPress-Seiten einen Website-Assistenten frei, ohne Aufpreis. Was er kann und welche vier Fragen offen bleiben

Montag, 28. September 2026 · F.S. · 3 Min. Lesezyt

Ein Serverschrank links, in der Mitte ein Browserfenster mit einer angelegten Seitenstruktur, rechts ein Schalter

Die meisten Beiträge über KI-Werkzeuge beginnen mit der Frage, was es kostet. Dieser nicht. Der Website-Assistent, den Hostpoint am 22. September 2026 freigeschaltet hat, kostet nichts zusätzlich. Er ist in den bestehenden Paketen Smart Webhosting, Business Webhosting und Managed Flex Server enthalten.

Für einen Kleinbetrieb, der seit Jahren eine halbfertige Seite mitschleppt, ist das die niedrigste Einstiegshürde, die es derzeit gibt.

Was der Assistent macht

Aktiviert wird er mit einem Klick im Hostpoint Control Panel. Danach erzeugt er auf Basis Ihrer Angaben eine Seitenstruktur, schreibt Texte und schlägt Bilder vor. Das Ergebnis ist keine geschlossene Blackbox, sondern eine vollständig editierbare WordPress-Installation. Sie können also jede Seite, jeden Text und jedes Bild danach von Hand ändern oder ersetzen.

Das ist der entscheidende Unterschied zu einem Baukasten, aus dem man später nicht mehr herauskommt. Wer den Assistenten nutzt und das Ergebnis nicht mag, hat trotzdem eine normale WordPress-Seite und kann weitermachen wie bisher.

Hostpoint betreibt nach eigenen Angaben über 100’000 WordPress-Websites, nach Darstellung des Anbieters die grosse Mehrheit aller CMS-Installationen auf der Plattform. WordPress selbst liegt weltweit bei über 40 Prozent Marktanteil unter den Content-Management-Systemen.

Für wen sich das lohnt

Ja, wenn:

  • Sie eine Seite brauchen und seit zwei Jahren nicht dazu kommen
  • Sie bereits bei Hostpoint hosten und das Paket ohnehin bezahlen
  • Sie eine Struktur brauchen, um überhaupt anzufangen, und die Texte danach selbst schärfen wollen
  • Sie eine Zweitsprache oder eine neue Unterseite ergänzen und dafür keine Agentur beauftragen möchten

Nein, wenn:

  • Ihre Positionierung noch nicht steht. Ein Sprachmodell kann formulieren, aber es kann nicht entscheiden, wofür Sie stehen. Eine KI-Seite über eine unklare Positionierung ist eine schnell erzeugte unklare Seite
  • Sie eine bestehende, gut laufende Seite haben. Dann ist der Assistent kein Grund, sie zu ersetzen
  • Sie in einem regulierten Feld arbeiten, in dem jeder Satz sitzen muss

Das passt zu dem, was die HSLU-Studie zur KI-Sichtbarkeit von Schweizer KMU zeigt: 12 Prozent der Mikrounternehmen betreiben gar kein Marketing, und die meistgenannte Hürde ist nicht der Preis, sondern fehlendes Wissen zur Umsetzung. Genau da setzt so ein Assistent an.

Vier Fragen, die der Anbieter offenlässt

Weder die Medienmitteilung noch die Berichterstattung nennen, welche Technik darunter läuft. Das ist keine Kritik am Produkt, aber es sind die Fragen, die Sie vor dem ersten Klick stellen sollten. Hostpoint beantwortet sie auf Anfrage vermutlich gern.

  1. Welches Modell kommt zum Einsatz, und wo wird verarbeitet? Bei Marketingtexten ist das weniger heikel als bei Kundendaten, aber wer Datenstandort Schweiz zugesichert bekommen hat, sollte wissen, ob das auch für diese Funktion gilt. Worauf dabei zu achten ist, steht im Beitrag Datenstandort Schweiz prüfen.
  2. Was geschieht mit Ihren Eingaben? Werden die Angaben zu Ihrem Betrieb gespeichert, und fliessen sie in ein Training ein?
  3. Wem gehören die erzeugten Texte und Bilder? Nach Schweizer Recht sind rein maschinell erzeugte Inhalte nicht urheberrechtlich geschützt. Das heisst nicht, dass Sie sie nicht verwenden dürfen, aber es heisst, dass Sie niemanden davon abhalten können, denselben Text zu nutzen.
  4. Woher stammen die Bildvorschläge? Generiert oder aus einer Bilddatenbank? Davon hängt ab, ob Sie ein Nutzungsrecht brauchen.

Die ehrliche Einordnung

Ein KI-Assistent im Hosting-Paket ist kein Konkurrenzangebot zu einer Agentur, und er soll es auch nicht sein. Er ist eine Antwort auf die leere Seite.

Der Wert liegt im Entwurf, nicht im Ergebnis. Wer die erzeugten Texte unverändert stehen lässt, hat eine Seite, die klingt wie tausend andere. Wer sie als Rohfassung nimmt, eine halbe Stunde überarbeitet und die eigenen Formulierungen einsetzt, spart einen Tag Arbeit.

Und wer eine Seite hat, wird auch von KI-Systemen gefunden. Wer keine hat, nicht. So einfach ist der Zusammenhang, und darum ist ein kostenloser Einstieg mehr wert, als er auf den ersten Blick aussieht.

Quellen

  • Computerworld, «Hostpoint lanciert neuen Website-Assistenten für WordPress mit KI», 22. September 2026: computerworld.ch
  • Netzwoche, «Hostpoint lanciert KI-Website-Assistenten», 22. September 2026: netzwoche.ch
  • Medienmitteilung Hostpoint, 22. September 2026: presseportal.ch

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