AI chan nöd so kompliziert sii

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Apertus 2.0 traineert scho, und e Bank setzt s ii

Am AI+X Summit wurde die nächste Generation des Schweizer Modells angekündigt. Interessanter als die Ankündigung ist, wer die erste bereits produktiv nutzt

Montag, 12. Oktober 2026 · F.S. · 3 Min. Lesezyt

Zwei Serverschränke links, in der Mitte ein Bergmassiv mit einem Datenstrom, rechts ein Bankgebäude mit Säulen

Am AI+X Summit vom 1. Oktober in Zürich Oerlikon sind zwei Dinge gesagt worden. Das eine war eine Ankündigung, das andere eine beiläufige Bestätigung. Das zweite ist das wichtigere.

Die Ankündigung

Imanol Schlag vom ETH AI Center hat Apertus 2.0 angekündigt. Das Modell trainiert nach seinen Angaben bereits auf dem Supercomputer Alps des CSCS in Lugano und soll das grösste je auf Schweizer Infrastruktur trainierte Sprachmodell werden.

Der Fokus liegt auf Programmieren, Mathematik und agentischen Fähigkeiten, also der Fähigkeit, mehrstufige Aufgaben selbständig abzuarbeiten. Der Release ist für das erste Quartal 2027 geplant, eine weitere Version für Ende 2027. Die Betriebskosten sollen etwa gleich bleiben.

Diese Angaben stammen aus der Konferenzberichterstattung von Blick und Netzwoche, nicht aus einer Medienmitteilung des ETH AI Center. Wer darauf eine Beschaffungsentscheidung stützt, sollte sie bestätigen lassen.

Die beiläufige Bestätigung

Am selben Anlass hat Nicolas de Skowronski von Julius Bär bestätigt, dass die Bank Apertus einsetzt. Seine Begründung, sinngemäss: Eine Bank brauche ein Modell, hinter das sie stehen könne.

Das ist, soweit belegt, der erste öffentlich bestätigte produktive Einsatz von Apertus bei einem Schweizer Finanzinstitut.

Warum das zählt: Eine Privatbank ist in Fragen von Bankkundengeheimnis, Aufsicht und Reputation ungefähr der konservativste denkbare Anwender. Wenn dort ein offenes Schweizer Modell durch die interne Prüfung kommt, sagt das mehr über die Betriebsreife aus als jeder Benchmark.

Was heute schon verfügbar ist

Für ein KMU ist die entscheidende Frage nicht, was 2027 kommt, sondern was jetzt geht. Nach Angaben vom Summit liefern über zehn Anbieter Apertus bereits aus, darunter Swisscom und Infomaniak. Man braucht also weder einen eigenen Server noch eine Forschungsabteilung, um es zu testen.

Was das Modell im Alltag leistet, wo es schwächelt und was der Betrieb über die Schnittstelle kostet, haben wir im Beitrag Apertus 1.5 im Betrieb einsetzen durchgerechnet. Die dortigen Einschränkungen gelten unverändert: Ein offenes Modell ist nicht automatisch ein Schweizer Modell, und wo gerechnet wird, entscheidet der Anbieter, nicht die Lizenz. Die drei Prüffragen dazu stehen im Beitrag Datenstandort Schweiz prüfen.

Hack Apertus, und warum das kein Nebenschauplatz ist

Seit dem 1. Oktober läuft Hack Apertus, eine nationale Hackathon-Serie als Teil des Swiss AI Action Plan. Die Online-Runde dauert bis zum 16. Oktober, danach folgen über sechs Vor-Ort-Veranstaltungen in Bern, Zürich, Basel, Biel, Lausanne und St. Gallen. Das Finale ist für den 14. Mai 2027 an der HSG angesetzt. Über 120 Partnerorganisationen sind beteiligt, darunter das CSCS, Innosuisse, der Kanton St. Gallen, BaselTech, Supertext, Wikimedia CH und digitalswitzerland.

Der für KMU interessante Teil steht im Kleingedruckten der Ausschreibung: Alle Resultate werden als Open Source publiziert, und das erklärte Ziel sind Prototypen, die abgeschottet, auf eigener Infrastruktur oder auf souveräner Cloud laufen.

Das heisst, dass in den nächsten Monaten eine Sammlung offener Bausteine entsteht, die genau auf die Anforderungen zugeschnitten ist, an denen KMU-Projekte mit Personendaten sonst scheitern. Das ist mehr wert als die meisten Produktankündigungen.

Der Rahmen: 7’000 Leute, halb aus dem Ausland

Zum Umfeld gehört die Zahl, die das Zurich AI Festival vermeldet hat: rund 7’000 Besucherinnen und Besucher über die Woche vom 28. September bis 3. Oktober, etwa die Hälfte davon aus dem Ausland. Die Public Night war ausverkauft.

Das ist ein Standortsignal und keine Nachricht für den Betriebsalltag. Aber es erklärt, warum ein Schweizer Modell inzwischen genug Zugkraft hat, dass eine Privatbank es einsetzt und über zehn Anbieter es ausliefern.

Was ich einem KMU raten würde

Nicht auf 2027 warten. Apertus 2.0 ist eine Ankündigung mit einem Datum, und Ankündigungen mit Daten verschieben sich.

Was sich lohnt, ist ein kleiner Test mit der heutigen Version, über einen der Schweizer Anbieter, an einer Aufgabe, die Sie ohnehin haben: Protokolle zusammenfassen, Offerttexte vorbereiten, Korrespondenz übersetzen. Daraus lernen Sie in zwei Wochen mehr über Ihren eigenen Anwendungsfall als aus jeder Roadmap.

Und wenn Apertus 2.0 dann kommt, wissen Sie bereits, wo Sie es einsetzen würden.

Quellen

  • Blick, «ETH und EPFL tüfteln an Apertus 2.0», 2. Oktober 2026: blick.ch
  • Netzwoche, «Wie Menschen KI formen und KI die Gesellschaft prägt», 5. Oktober 2026: netzwoche.ch
  • swissAI, «Hack Apertus»: swissai.ch
  • Zurich AI Festival 2026: zurichaifestival.ch

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